So viele Fragen – ein Poetry Slam

von Valerie Lindner

Ich betrachte mich im Spiegel

und sehe einen Menschen, dem die Unwissenheit förmlich ins Gesicht geschrieben steht.

Kein Kind und doch noch nicht ganz erwachsen; eben so ein Mittelding.

Bereits so viel in Erfahrung gebracht und doch habe ich noch ein Meer aus Fragen vor mir.

Es geht schließlich darum, seinen Platz in dieser Welt zu finden. 

Also: Wo gehöre ich hin? Wie möchte ich wahrgenommen werden? 

Und was macht mich aus?

Machen mich meine äußerlichen Merkmale zu dem, der ich bin?

Oder vielleicht eher doch meine Gene?

Also ist das „Ich“, das ich bin, schon bereits seit meiner Geburt vorbestimmt gewesen 

oder habe ich da auch noch ‘was mitzureden?

Und existiert dieses „Ich“ denn überhaupt?

Ich meine, wer oder was legt denn mein „Ich“ fest?

Wie genau finde ich denn mein „Ich“, meine Identität? 

Sind es die Erfahrungen, die mich zu dem gemacht haben, was ich bin 

oder die Wertvorstellungen der Gesellschaft, an die es sich anzupassen gilt?

Und werde „Ich“ denn jemals genug sein, um überhaupt als Individuum wahrgenommen zu werden?

Also: Wer bin „Ich“?

Und wenn ich das eines Tages herausgefunden habe, wird man mich dann so akzeptieren? 

Immerhin leben wir in einer Welt, in der mehr Wert auf das „Scheinen“ als auf das „Seien“ gelegt wird.

Oder würdet ihr bei eurem Bewerbungsgespräch tatsächlich eure größte Schwäche offenlegen?

Und desto mehr wir versuchen uns anzupassen, um unseren Platz in der Gesellschaft zu finden, 

desto weniger konzentrieren wir uns auf uns selbst, auf das was uns ausmacht, 

sodass wir letzten Endes doch eigentlich relativ gleich sind bzw. so wahrgenommen werden

und uns kaum noch von Anderen unterscheiden.   

Wie genau sollen wir dann also herausfinden, wer wir sind und was unsere Identität ausmacht? 

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